Umsatzsteuer

Die Belange der Umsatzsteuer (auch als Mehrwertsteuer bekannt) werden im Umsatzsteuergesetz  (UStG) geregelt. Umsatzsteuer ist eine indirekte Konsumsteuer, die der Staat vom privaten Endverbraucher erhebt.

Unternehmen sind verpflichtet, Umsatzsteuer auf ihre erbrachten Lieferungen und Leistungen einzubehalten und an den Staat abzuführen. Selbst gezahlte Umsatzsteuer, z.B. für erworbene Vorleistungen in der Wertschöpfungskette, nennt man Vorsteuer, welche auf Antrag vom Staat zurückerstattet wird. Umsatzsteuer und Vorsteuer werden miteinander verrechnet und ergeben eine positive oder negative Zahllast, welche ans Finanzamt abgeführt oder vom Finanzamt erstattet wird. Letztendlich ist die Umsatzsteuer für den Unternehmer ein durchlaufender Posten, sie wird vom Verbraucher gezahlt.

In Deutschland existieren zwei verschiedene Steuersätze. 19 % (allgemeiner Satz) und 7 % (ermäßigter Steuersatz) für Produkte des täglichen Bedarfs, wie z.B. Kleidung und Nahrung. Der Umsatzsteuerbetrag einer Rechnung muss gesondert aufgeführt werden.

Umsatzsteuervoranmeldung
Die Verrechnung von vereinnahmter Umsatzsteuer und gezahlter Vorsteuer erfolgt in der Umsatzsteuervoranmeldung. Die Differenz muss der Unternehmer an das Finanzamt abführen oder bekommt diese erstattet.

Der Zeitpunkt der Steuerentstehung wird nach der Methode der Soll-Besteuerung bestimmt. Die Steuerschuld entsteht demnach nach Rechnungsstellung und nicht dann, wenn der Kunde die Rechnung bezahlt.

Bei der Ist-Besteuerung (§20 UStG) entsteht die Steuerschuld erst, wenn der Kunde bezahlt hat. Diese Regelung gilt  für buchführungspflichtige Unternehmen, deren Gesamtumsatz geringer als 500.000 Euro im Jahr ist (Regelung bis 31.12.2011), Angehörige der Freien Berufe und anderen von der Buchführungspflicht befreiten Unternehmen. Die Ist-Besteuerung muss beantragt werden.

Die Umsatzsteuer-Voranmeldung muss monatlich,  vierteljährlich oder jährlich abgegeben werden. Die Regelungen findet man in § 18 UStG. Existenzgründer sind verpflichtet, in den ersten zwei Kalenderjahren monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldungen abzugeben. Die Umsatzsteuer-Voranmeldung muss bis zum 10. des Folgemonats beim Finanzamt eingegangen sein.
Es gibt die Möglichkeit der Dauerfristverlängerung. Bei der monatlichen Umsatzsteuer-Voranmeldung wird dann eine Sondervorauszahlung zum 10. Februar fällig (1/11 der letzten Jahressteuer), die mit der Dezember Umsatzsteuer-Voranmeldung wieder verrechnet wird.

Die Umsatzsteuer-Voranmeldung müssen Sie auf elektronischem Wege einreichen. Den amtlich vorgeschriebenen Vordruck finden Sie unter www.elster.de.

Kleinunternehmerregelung
Für Kleinunternehmer besteht die Wahlmöglichkeit, sich von der Abführung der Umsatzsteuer befreien zu lassen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Umsätze im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 Euro nicht überstiegen haben und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen (§ 19 UStG). Nutzen Sie die Kleinunternehmerregelung, dürfen Sie keine Umsatzsteuer in Ihren Rechnungen ausweisen.

Unser Tipp
Die Kleinunternehmerregelung vereinfacht und verringert den steuerrechtlichen Verwaltungsaufwand. Fallen hohe Investitionen an und somit auch hohe erstattungsfähige Vorsteuerbeträge, so ist es empfehlenswert, auf Antrag von der Kleinunternehmerregelung Abstand zu nehmen.

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