KG – Kommanditgesellschaft

Die Kommanditgesellschaft (KG) zählt zu den Personengesellschaften.
Die KG wird von mindestens zwei natürliche oder juristische Personen durch Abschluss des Gesellschaftsvertrags im Innenverhältnis gegründet. Durch Eintrag ins Handelsregister und Aufnahme Ihrer Tätigkeit erlangt eine KG ihre Rechtsfähigkeit im Außenverhältnis. Dabei übernimmt mindestens eine Person die Rolle des Komplementärs und mindestens eine die des Kommanditisten.
Die Besonderheit der KG liegt in den speziellen Haftungsregeln:
Der Komplementär haftet, wie bei Personengesellschaften üblich, mit dem Gesellschafts- und Privatvermögen. Darüber hinaus haftet er unabhängig von der Höhe seiner Anteile an der Gesellschaft für die gesamten Verbindlichkeiten derselbigen.  Der Kommanditist haftet hingegen nur mit seiner Einlage. Eine besondere Form der KG ist die GmbH & Co. KG. Bei der GmbH & Co. KG nimmt die GmbH die Rolle des Komplementärs ein und umgeht so die Vollhaftung des Komplementärs.

Merkmale
Person(en): Mindestens zwei natürliche und/oder juristische Personen
Kapital: Keine gesetzlich vorgeschriebene Mindestkapitaleinlage
Geschäftsführung: obliegt dem Komplementär, Kommanditist besitzt lediglich Kontrollrechte und ist zur Vertretung der Gesellschaft nicht befugt (§ 170 HGB)
Haftung: Komplementär haftet mit dem Gesellschafts- und Privatvermögen, Kommanditist in Höhe seiner Einlage
Gewinn- und Verlustverteilung: laut Gesellschaftsvertrag, ansonsten gelten die gesetzlichen Regelungen des § 168 i.V.m. § 124 HGB (Gewinn 4% auf die jeweilige Geschäftseinlage und den Rest nach Köpfen; Verlust nach Anteilen)
Kosten: Die Gründung birgt moderate Kosten. Neben möglicher Anwaltskosten für die Erstellung des Gesellschaftsvertrags und Gewerbeanmeldegebühren sind vor allem Notarkosten für den Eintrag ins Handelsregister und Gerichtskosten für die Eintragung beim zuständigen Amtsgericht und die Bekanntmachung zu leisten.

Vor- und Nachteile
+ Kein Mindestkapital
+ Aufnahme von Gesellschaftern möglich
+ individuelle Regelungen per Gesellschaftsvertrag möglich
+ Aufnahme von Kapitalgebern möglich, ohne Geschäftsführungskompetenzen abzugeben
+ verbesserte Kreditwürdigkeit bei Fremdkapitalgebern aufgrund der persönlichen Haftung und der besseren Kapitalausstattung durch den Kommanditisten
+ Keine Publizitätspflichten
- Der Komplementär haftet mit seinem Gesellschafts- und Privatvermögen  und gesamtschuldnerisch

Unser Fazit
Die Kommanditgesellschaft (KG) eignet sich vor allem für Gründer, welche die alleinigen Geschäftsführungsbefugnisse behalten, gleichzeitig aber auf die Möglichkeit der Kapitalbeschaffung durch Partner (Kommanditisten) nicht verzichten wollen. Der Kommanditist nimmt die Rolle eines renditeorientierten Investors ein, ohne in die Geschäftsführung involviert zu sein.
Eine interessante Variante der KG ist die GmbH & Co. KG. Sie kombiniert die Vorteile der KG mit der Haftungsbeschränkung der GmbH.

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