GbR – Gesellschaft bürgerlichen Rechts

Gesellschaft bürgerlichen Rechts – brüderlich gerecht?

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) oder auch BGB Gesellschaft zählt zu den Personengesellschaften.  Zur Gründung werden mindestens zwei Personen benötigt. Die Gründung erfolgt durch Abschluss eines Gesellschaftsvertrags, dieser kann mündlich, schriftlich oder durch konkludentes Handeln geschlossen werden. Die gesetzlichen Grundlagen werden in §§ 705 BGB ff. geregelt. Die GbR kann als Rechtsform sowohl von Gewerbetreibenden als auch von Freiberuflern gewählt werden. Die GbR ist kein Handelsgewerbe im Sinne des HGB. Daher ist eine Eintragung ins Handelsregister auch freiwillig. Die GbR wird jedoch zum Handelsgewerbe, wenn die gewerbliche Tätigkeit einen gewissen Umfang überschreitet. Dies ist insbesondere der Fall, wenn der Umsatz 250.000 EUR oder der Verkehrswert des Betriebsvermögens 120.000 EUR überschreitet oder mehr als 5 Mitarbeiter beschäftigt werden. Wird die GbR als Handelsgewerbe eingeordnet, nimmt sie automatisch die Rechtsform einer oHG an.

Merkmale
Person(en): Mindestens zwei Personen
Kapital: Keine gesetzlich vorgeschriebene Mindestkapitaleinlage
Geschäftsführung: Die Gesellschafter oder individuelle Regelung laut Gesellschaftsvertrag
Haftung: Gesellschafter haften mit dem Gesellschafts- und Privatvermögen
Kosten: Die Gründung birgt geringe Kosten. Neben möglichen Anwaltskosten für die Erstellung des Gesellschaftsvertrags fallen noch Gewerbeanmeldegebühren an.

Vor- und Nachteile
+ Kein Mindestkapital
+ geringe Gründungskosten
+ Gründung birgt nur relativ geringe Kosten.
+ Aufnahme von Gesellschaftern möglich
+ individuelle Regelungen per Gesellschaftsvertrag
- Die Gesellschafter haften mit ihrem gesamten Vermögen
- limitierter gewerblicher Handlungsspielraum, bei gewerblicher Tätigkeit haftet das Image eines Kleingewerbes an der GbR

Unser Fazit
Ihr Partner und Sie haben eine Geschäftsidee und wagen erste Schritte in die Selbständigkeit? Sie wollen nebenberuflich ein zweites Standbein schaffen? Sie verfügen über ein geringes Startkapital?

Die GbR als Rechtsform könnte die richtige Wahl sein. Kern einer GbR ist der Gesellschaftsvertrag. Dieser sollte die wichtigsten Kompetenzen der Gesellschafter regeln. Zwar kann vieles in einem Gesellschaftsvertrag geregelt werden, dennoch sollte die GbR nur bei einem gesunden Vertrauensverhältnis zwischen den Partnern gewählt werden, da ein gewisses Missbrauchspotential im Innenverhältnis besteht.

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