12 Jun 2013

Checkliste Marketing für Existenzgründer

3 Kommentare

Diese Checkliste soll die grundsätzlichen Marketing-Maßnahmen darstellen, die für Existenzgründer interessant sein könnten. Je nach Branche und Art der Produkte und Dienstleistungen muss eine zielführende Kombination der verschiedenen Mittel gefunden werden. Die Checkliste besteht nicht auf Vollständigkeit und kann gerne über die Kommentarfunktion ergänzt werden.

In der Regel haben Sie sich bereits in Ihrem Businessplan im Abschnitt “Marketing und Vertrieb” mit der Planung des Marketings auseinandergesetzt. Der klassische Marketing-Mix behandelt hier die Bereiche Produkt, Preis, Distribution und Kommunikation.

Sie haben also nun ein nützliches Produkt, das dabei ein konkretes Problem löst und sich mit einem wahrnehmbaren Alleinstellungsmerkmal von der Konkurrenz abgrenzt. Sie haben eine Preispolitik entwickelt, die konkurrenzfähig ist und zudem Ihre Kosten deckt. Im Rahmen der Distributionspolitik haben Sie eine Vertriebsstrategie konzipiert, die aufzeigt, auf welchem logistischen Weg Ihr Produkt am besten zum Kunden kommt und mit der Kommunikationspolitik überlegt, wie Ihre potentiellen Kunden am besten davon erfahren.

Vorteile und Nutzen von diversen Marketing-Maßnahmen:

Vor der Gründung

Logo
Unterschätzen Sie die Wirkung von professionellem Design nicht! Ein hochwertiges Logo vermittelt dem Betrachter, dass auch das Produkt oder die Dienstleistung hochwertig ist. Ein Logo besteht immer aus einer Bildmarke und einer Wortmarke und sorgt für Wiedererkennbarkeit im Wettbewerb.

Geschäftsunterlagen
Angebote, Rechnungen, Briefvorlagen, Faxvorlagen, Schreibblöcke und Visitenkarten müssen einheitlich gestaltet werden. Teilweise sind hier auch rechtliche Vorgaben zu beachten. Eine einheitliche Gestaltung vermittelt Professionalität und Struktur.

Internetseite
Eine moderne Website gehört heute nicht nur zum guten Ton, sondern kann auch Aufträge generieren oder zumindest anbahnen. Die Darstellung von Produkten und Dienstleistung, sowie deren Vorteile, kann für potentielle Kunden interessant sein. Internet-Nutzer vergleichen Angebot oder haben eine ganz konkrete Kaufabsicht und suchen danach in Suchmaschinen. Mit dem richtigen Suchmaschinenmarketing wird Ihre Website für diese Suchanfragen gefunden und Sie können diese Besucher bestenfalls in Kunden umwandeln.

Nach der Gründung

Eröffnungsfeier
Eine Eröffnungsfeier mit Freunden und Bekannten, evtl. auch Pressevertretern und potentiellen Kunden ist eine relativ kostengünstige Möglichkeit auf die Gründung und ihr Angebot aufmerksam zu machen. Denn nach wie vor gilt: Viele Aufträge kommen über Mundpropaganda und das sogenannte Vitamin-B zu Stande.

Zeitungsanzeige
Hier muss man sicherlich zwischen lokalen, regionalen und bundesweiten Zeitungen unterscheiden. Je mehr Reichweite, desto teurer. Eine Anzeige in bundesweit erscheinenden Zeitungen ist mit nicht unwesentlichen Kosten verbunden. Eine Anzeige in einer lokalen Zeitung hingegen teilweise schon recht kostengünstig zu buchen. Gerade zur Geschäftseröffnung bei lokalen Unternehmen kann eine professionell gestaltete Zeitungsanzeige durchaus sinnvoll sein, auch wenn Streuverluste entstehen.

Postwurfsendung
Postwurfsendung werden durch offizielle Zusteller der Post in den Briefkästen von deutschen Haushalten verteilt. Dabei ist kann man Postleitzahlen-Gebiete auswählen, um streuverluste zu vermeiden. Hier muss man sich die Frage stellen, inwieweit unverlangte Werbung die Aufmerksamkeit der Adressaten gewinnt. Laut Infomaterial der Deutschen Post kostet beispielsweise eine Postwurfsendung mit einer Auflange von mindestens 1000 Stück bei einem Gewicht ab 201 Gramm an alle Haushalte 287,- EUR (Juni 2013).

Flyer verteilen
Eine andere Möglichkeit ist das Drucken und Verteilen von Flyern. Die Verteilung könnte man selbst organisieren oder aber neben der Post mit Postwurfsendung zum Beispiel auch über lokale Werbeanzeiger, die es in vielen Städten gibt, verteilen lassen. Auch hier muss man sich die Frage stellen, wie nützlich ist meine Information für die Adressaten. Meist lohnt es sich – wie bei allen anderen Werbemaßnahmen auch – ein konkretes Angebot, eine Vergünstung, einen Rabatt, ein Gewinnspiel mit der Werbemaßnahme zu verknüpfen, um nicht zuletzt auch die Resonanz messen zu können.

Plakatwerbung (18/1)
Hier können je nach Budget große Kampagnen gefahren werden, oder aber mittlerweile auch punktuell einzelne Plakate an sinnvollen Knotenpunkten gebucht werden. Gerade für lokale Geschäfte kann ein Plakat an der richtigen Stelle eine sinnvolle Werbemaßnahme sein. Plakate können mittlerweile auch bequem online gebucht werden.

Mobiles Billboard
Gerade für lokale und regionale Geschäfte kann sich das Mieten (oder Kaufen) eines mobilen Billboards lohnen. Dabei handelt es sich um eine Art LKW, der mit Plakaten von beiden Seiten bestückt wird. Dieser zieht Aufmerksamkeit auf sich, in dem er hochfrequentierte Straßen entlangfährt oder aber an strategisch sinnvollen Knotenpunkten abgestellt wird. Gerade bei Neueröffnungen kann eine solche Maßnahme die gewünschte Aufmerksamkeit generieren, da sie nicht von vielen genutzt wird und als eher außergewöhnlich wahrgenommen wird.

Lokale Aufsteller – das Fahrrad
Geheimtipp: Gerade für kleine, lokale Geschäfte ist es eine kostengünstige und zielführende Maßnahme an wichtigen Knotenpunkten in der nahen Umgebung Hinweischilder aufzustellen. In der Regel wird dies jedoch von der Stadt unterbunden. Wer allerdings ein paar ältere Fahrräder besorgt, diese mit Schilder versieht und sie von Zeit zu Zeit umstellt, der kann hiermit zusätzliche Kundenströme in sein Geschäft leiten.

Austellungen und Messen

Für einige Branchen gibt es kleine und große Messen, die als Pflichtveranstaltungen gelten können. Für andere wiederum macht die Teilnahme an Messen keinen Sinn. Zudem muss man zwischen reinen B2B-Messen und B2C-Messen, auf denen auch Endkunden vertreten sind unterscheiden. Ein Messeauftritt kann sinnvoll sein, ist in der Regel aber auch mit nicht unwesentlichen Kosten verbunden. Planung und Gestaltung des Messestands, Aufbau, Anreise, Catering, Werbematerial, Imagefilme, Personal auf der Messe sind hier nur einige Kosten-Faktoren.

Radiowerbung
Hier kommt es auf die Reichweite des jeweiligen Radiosenders an. Je größere die Reichweite, desto teurer der Sekundenpreis. Sicherlich eine Werbemaßnahme, für die bereits ein mittleres bis großes Marketing-Budget zur Verfügung stehen muss und nicht unbedingt ein Mittel, für das Existenzgründer die nötigen finanziellen Mittel aufbringen können – gerade weil ein einzelner Spot nicht die Wirkung entfaltet, wie es eine Kampagne über mehrere Wochen tun würde. Hier müssen die Produktion der Audioaufnahmen selbst sowie die Mediaausgaben für die Buchung beim Radio-Sender einkalkuliert werden. Die Sekundenpreise bei lokalen Radionsender liegen beispielsweise zwischen 2,- und 15,- EUR, was für einen einzigen 30-Sekünder zwischen 60,- und 450,- EUR bedeuten würde. Zudem gibt es in der Regel ein Mindest-Auftragsvolumen (zum Beispiel 300 Sekunden).

Fernsehwerbung
Auch hier kommt es auf die Reichweite des Senders, das Umfeld und die Ausstrahlungszeit an. Ein einzelner 30-Sekünder kann ganz grob schon im dreistelligen (XXX,- EUR) zu buchen sein, bis hoch in den sechstelligen (XXX.XXX,- EUR) Bereich, reine Media-Kosten – die Produktion des Werbespots selbst noch nicht mit einkalkuliert. Die optimale Sendezeit und die thematische Umgebung sollte hier beachtet werden. Fernsehwerbung eignet sich besonders zum Markenauf- und ausbau und auch hier reicht ein einzelner Spot in der Regel nicht aus, um eine Wirkung zu entfalten.

Welche Online-Marketing-Maßnahmen gibt es?

Suchmaschinenwerbung (SEA)
Hier könnten Sie zum Beispiel Anzeigen in Suchmaschinen für die für Sie relevanten Suchgebegriffe schalten. Der Vorteil dieser Suchmaschinenwerbung liegt darin, dass Sie nur bezahlen, wenn jemand auf die Anzeige klickt – das nennt sich Cost-per-Klick. Sie bieten mit dem Wettwerb auf die Top-Positionen, wer am meisten pro Klick bezahlt, steht ganz oben. Die Nutzer können als “aktiviert” bezeichnet werden, die Schaltung der Anzeigen ist kurzfristig möglich und die ankommenden Besucher werden bestenfalls auf der Website in Kunden umgewandelt.

Suchmaschinenoptimierung (SEO)
Die Suchmaschinenoptimierung hat zum Ziel, die Ranking-Positionen in den organischen Suchmaschinenergebnissen zu verbessern. Bei der Suchmaschinenoptimierung bereitet man zum einen die Website zur optimalen Indexierung in Suchmaschinen auf (OnPage-Optimierung), zum anderen sorgt man für Empfehlungen von Außen (Backlinks). Die OffPage Suchmaschinenoptmierung ist nicht kurzfristig möglich und sollte über einen gewissen Zeitverlauf erfolgen. Hier muss man nun abwägen, ob man lieber über Suchmaschinenwerbung schnell und direkt die Top-Positionen erzielen möchte, oder langfristig investieren und dauerhaft in den organischen Ergebnissen vertreten sein möchte.

Social Media Marketing
Im Social Media Marketing bedient man sich sozialer Medien zur Unternehmens- und Marketingziel-Erreichung. Das ganze Internet ist mittlerweile “social” und je nach Produkt und Branche kommen hier unterschieldiche Instrumente in Frage. Zum Beispiel einen Unternehmensblog auf dem man mit seiner Zielgruppe kommuniziert und Markenbotschafter generiert. Ein Youtube-Kanal mittels dem man nützliche Videos zu den Produkten etc. anbietet. Einen Twitter-Account mit dem der Support vereinfacht werden kann oder eine Facebook-Fanpage mit der man in direkten Kontakt mit der Zielgruppe treten kann, oder ein Instagram-Account für Modegeschäfte, in dem man die neueste Mode präsentiert. Social Media Marketing ist vergleichsweise günstig, sollte aber, wenn einmal begonnen, stetig fortgeführt werden.

E-Mail Marketing
Das E-Mail Marketing ist in erster Linie ein Marketing-Mittel zur Kundenbindung, da in Deutschland das sogenannte Opt-In Verfahren gesetztlich Pflicht ist. Das bedeutet, sie dürfen E-Mails nur Adressaten senden, die Ihnen dafür die ausdrückliche Erlaubnis erteilt haben, auch wenn § 7 Abs. 3 UWG hier einige Ausnahmen definiert. Baut man allerdings einen E-Mail Verteiler auf, so können über Newsletter Produktneueinführungen oder Neuigkeiten kommuniziert werden, und auch hier bestenfalls in Käufe im Online-Shop oder Anbahnungen auf der Website führen.

Affiliate-Marketing
Beim Affiliate-Marketing stellt man über einen Affiliate-Mittler Werbemittel zur Verfügung und provisioniert eine bestimmte Aktion auf seiner eigenen Website oder im Online-Shop. Bedeutet, man bietet den Affiliates zum Beispiel 5 % Provision bei einem Kauf im eigenen Online-Shop. Die Affiliates wiederum verwenden die von Ihnen bereitgestellten Werbemittel, um Besucher auf ihr Zielmedium zu leiten. Der Vorteil beim Affiliate-Marketing liegt darin, dass einmal kalkuliert werden muss und anschließend themantisch passende Affiliates die Werbemittel beim Affiliate-Mittler “selbst” abholen und einbinden. Neben direkten Verkäufen kann z.B. auch das Ausfüllen eines Kontakt-Formulars provisioniert werden.

Banner-Werbung
Als Image-Werbung zum Markenaufbau wie auch als Performance-Markeing-Instrument per Cost-per-Klick Verfahren geeignet. Sie können Banner-Werbung über Vermarkter schalten, die wiederum viele größere Websites in thematisch einheitlich Channels gruppieren. So könnte ein Online-Shop für Auto-Ersatzteile bspw. im Auto-Channel eines Vermarkter werben. Bei diesen großen Vermarktern muss i.d.R. ein Mindest-Budget gebucht werden, was nicht selten bei mindestens 5000,- EUR liegt. Google bietet hier mit seinem Content-Netzwerk, also eine Vielzahl an eher kleinen bis mittelgroßen Websites, eine kostengünstigere Möglichkeit.

Die Kombination ist ausschlaggebend!

Wirklich effizientes Marketing ensteht bei der richtigen Kombination und Abstimmung von verschiedenen Marketing-Maßnahmen. Diese Checkliste besteht weder auf Vollkommenheit noch auf Vollständigkeit – sicherlich gibt es viele weitere Marketing-Maßnahmen. Gerne können Sie weitere Vorschläge über die Kommentar-Funktion hinzufügen.


Dieser Artikel wurde erstellt von sistig media, Internetagentur Köln / Bonn.
Die Agentur für digitales Marketing gestaltet, programmiert und vermarktet digitale Lösungen wie Websites, Content-Management-Systeme, Online-Shops, Facebook-Apps und mobile Applikationen.

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3 Responses to Checkliste Marketing für Existenzgründer
  1. Sehr schön zusammengefasst, aber dennoch sehr pauschalisiert. Es kommt auf die Unternehmenstrategie an, was für Marketingkampagen gemacht werden sollten. Im Großen und Ganzen aber sehr gut zusammengetragen.

    Grüße Ivo

  2. Ich finde auch, dass es sich um eine tolle Zusammenfassung handelt. Spontan fehlen natürlich Guerilla-Marketing-Aktionen, etc. Was auch immer geht: Presseleute einladen, ob Blogger oder Journalist ;-)

  3. [...] Diese Checkliste soll die grundsätzlichen Marketing-Maßnahmen darstellen, die für Existenzgründer interessant sein könnten. Je nach Branche und Art der Produkte und Dienstleistungen muss eine zielführende Kombination …  [...]


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