Liquiditätsplanung

Liquiditätsplanung

Liquidität ist ein grundsätzliches unternehmerisches Ziel. Ohne die Aufrechterhaltung der Zahlungsbereitschaft des Unternehmens ist der Fortbestand des Unternehmens trotz ansonsten guter Leistungseigenschaften (Management, Personal, Technologie) nicht möglich.
(vgl. Kostenrechnung und Kostenanalyse von A. G. Coenenberg et al.)

Die Liquiditätsplanung gibt also Aufschluss über die Finanzlage des Unternehmens. Liquidität bedeutet im wirtschaftlichen Sinne über ausreichend Zahlungsmittel zu verfügen. Ihr Unternehmen ist also liquide, wenn es zu jeder Zeit über genügend finanzielle Mittel verfügt, um finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können. Bei unzureichender Zahlungsfähigkeit droht die Insolvenz – Sie sollten sich daher eingehend mit der Liquiditätsplanung beschäftigen.

So kommen Sie Schritt für Schritt zu Ihrer Liquiditätsplanung:

  1. Unternehmerlohn berechnen,
  2. Investitionsplan erstellen,
  3. Liquiditätsplan erstellen unter Berücksichtigung von Einzahlungen, Auszahlungen inkl. des Unternehmerlohns und des Investitionsplans.
  4. (1. – 3. ) ergeben den Kapitalbedarf, welcher
  5. durch das Ergebnis des Finanzierungsplan gedeckt sein muss.

Unternehmerlohn

Viele Gründer vernachlässigen bei Ihrem Gründungsvorhaben die Kosten für Ihre private Lebensführung (Miete, Haushalt, Vorsorge und Versicherungen) einzuplanen. Neben der reinen Liquiditätsplanung des Unternehmens ist es deshalb auch notwendig den erforderlichen (kalkulatorischen) Unternehmerlohn zu bestimmen. Hier sollte man je zwischen Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften unterscheiden.

Die Kosten der privaten Lebensführung können bei Personengesellschaften als ein Unterpunkt unter den Auszahlungen als Unternehmerlohn mit einfließen.

Bei Kapitalgesellschaften, bei denen die Gesellschafter Angestellte des Unternehmens sind (z.B. Geschäftsführer, Vorstand) ist dies nicht erforderlich, da der Angestelltenlohn innerhalb des Unterpunktes Auszahlungen für Personal u. Sozialversicherungsbeiträge berücksichtigt werden muss.

Berechnung des Unternehmerlohns

Berechnung des Unternehmerlohns

Investitionsplan

Je nach Umfang der geplanten Investitionen in das Anlagevermögen (Gebäude, Bauten, Maschinen usw.) empfiehlt es sich für den Planungszeitraum eine Auflistung der geplanten Investition anzufertigen. Die Höhe der Investitionsausgaben fließt wiederum in den Liquiditätsplan ein. Darüber hinaus kann so die für die Rentabilitätsprognose (Gewinnermittlung) relevante Abschreibungshöhe ermittelt werden.

Liquiditätsplan

In Ihrer Liquiditätsplanung muss deutlich werden, wie viel Kapital dem Unternehmen zu welchem Zeitpunkt  zufließt und abfließt. Hierzu stellen Sie anhand Ihrer Absatz- und Umsatzschätzungen die monatlichen Einzahlungen und Auszahlungen (ggf. Unternehmerlohn) für die ersten drei Jahre gegenüber, am besten auch hier wieder mit Worst-, Best- und wahrscheinlichstem Szenario.

Damit Ihr Unternehmen stets liquide bleibt, muss die Summe der Einzahlungen immer größer sein als die Summe der Auszahlungen. Für die Perioden, in denen die Summe der Auszahlungen höher ist als die Summe der Einzahlungen, müssen Sie Ihrem Unternehmen Kapital zu führen. Aus der Summe genau dieser negativen, einzelnen Betäge ergibt sich Ihr Kapitalbedarf. Je weiter Sie in die Zukunft planen, desto mehr Unsicherheit ist mit Ihren Planungen verbunden. In Ihrem 3-Jahres-Plan sollte aus diesem Grund das erste Jahr monatlich, das zweite Jahr quartalsweise und das dritte Jahr jährlich aufgezeigt werden.

Bitte beachten Sie dabei, dass Einzahlungen und Auszahlungen (im Gegensatz zu Ertrag/Aufwand u. Leistungen/Kosten) eine ganz bestimmte betriebswirtschaftliche Bedeutung haben. Sie sind definiert als der Geldmittelzufluss oder -abfluss in einer Periode.
Sie sind demnach in der Finanzrechnung als Wertgrößen festgelegt, welche die Veränderung des Bestands an liquiden Mitteln erfassen.

Liquiditätsplan

Liquiditätsplan

Finanzierungsplan

Sie haben nun den Kapitalbedarf unter Berücksichtigung des individuellen Unternehmerlohns ermittelt. Mit dem Finanzierungsplan erklären Sie den Adressaten des Businessplans wie Sie den ermittelten Kapitalbedarf finanzieren möchten. Hier gibt es eine Reihe an Finanzierungsmöglichkeiten.

Diese können neben der Finanzierung durch Eigenkapital, die Finanzierung durch Fremdkapital wie Privatbank-Krediten und/oder Fördergelder (Förderzuschüsse, Förderkredite) sein.

Man führt also die einzelnen Finanzierungsquellen mit Ihrem Nennbetrag, dem zu entrichtenden effektiven Zinssatz und der Tilgungsleistung für den Planungszeitraum auf.

Stark vereinfachter Finanzierungsplan

Stark vereinfachter Finanzierungsplan

Im nächsten und somit dem letzten Abschnitt Ihres Businessplans müssen Sie eine Rentabilitätsprognose abgeben.